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Ratgeber Vaginalpilz

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Vaginalpilz
Wissenswertes zu Vaginalpilz

Ein Großteil aller Frauen hat mindestens einmal in ihrem Leben einen Vaginalpilz. Viele sind sogar mehrfach betroffen oder leiden gar an einem chronischen Vaginalpilz. Dennoch ist Vaginalpilz oft noch ein Tabuthema. Der Partner muss nicht grundsätzlich bei jedem Vaginalpilz mitbehandelt werden.

Treten die typischen Symptomen zum ersten Mal auf, besteht eine Schwangerschaft, treten Schmerzen auf oder halten die Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Diagnose Vaginalpilz abzusichern.

Wissenswertes zu Vaginalpilz

Hartnäckig hält sich der Glaube, dass bei jeder Infektion mit Vaginalpilz auch gleichzeitig der männliche Partner mit therapiert werden muss. Das ist jedoch nur der Fall, wenn auch Beschwerden auftreten, zum Beispiel Rötungen oder Juckreiz an der Eichel. Ebenso wird oft behauptet, dass sich ein Vaginalpilz von selbst, also auch ganz ohne Therapie, wieder verflüchtigt. In Ausnahmefällen gelingt das zwar, die Regel sieht aber anders aus.

Eine besonders gründliche Intimhygiene ist ebenfalls nicht das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, einen Vaginalpilz zu behandeln. Im Gegenteil, durch eine übertriebene Hygiene wird das Scheidenmilieu angegriffen und das Klima für Bakterien und Pilze geebnet.

Der pH-Wert

Der ideale pH-Wert der Scheide bewegt sich im Bereich unter 4,5 und ist somit recht sauer. Die vielen Milchsäurebakterien sorgen dafür, dass Erreger, die nicht zum normalen Scheidenmilieu gehören, keine Chance auf Einnistung und Vermehrung haben. Zwar wachsen im feuchtwarmen Klima der Scheide auch Pilze, allerdings wird ihre Population durch das saure Milieu im normalen Rahmen gehalten. Je höher der pH-Wert, je basischer er also wird, desto wohler fühlen sich Pilze an diesem Ort und breiten sich ungehemmt aus. Die Gefahr für Vaginalpilz steigt.

Um den pH-Wert möglichst sauer zu halten, können ggf. Milchsäurepräparate eingesetzt werden. Sie werden i. d. R. über Nacht, mittels Applikator tief in die Scheide eingeführt und können so für ein gesundes Scheidenklima sorgen. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass Kondome zur Verhütung bei der Nutzung von Milchsäurezäpfchen nicht mehr ausreichenden Schutz vor einer Schwangerschaft bieten, da die Reißfestigkeit des Latex hierdurch verloren geht.

Vaginalpilz vorbeugen

Kontraproduktiv für das Scheidenklima können Intimsprays und -deodorants ebenso wie eine übertriebene Intimhygiene sein. Sie zerstören den natürlichen Schutz der Schleimhaut und ebnen den Weg für einen Vaginalpilz. Besser sind pH-neutrale Seifen und lauwarmes Wasser für die Intimhygiene, um die Scheidenschleimhaut zu schützen und einem Vaginalpilz vorzubeugen.

Auch synthetische, nicht atmungsaktive und eng anliegende Unterwäsche sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Besser sind locker sitzende und luftige Unterhosen, nach Möglichkeit ohne Weichspüler gewaschen. Auch der tägliche Wechsel der Unterwäsche ist wichtig, um eine Entstehung von Vaginalpilz zu vermeiden.

Judith Schomaker

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In einer gesunden Scheidenflora leben überwiegend Milchsäure bildende Bakterien und nur wenige andere Bakterien und Pilze. Durch die Milchsäurebakterien wird das Klima in der Scheide auf einem relativ konstanten, sauren Level gehalten. Wird nun allerdings dieses saure Milieu gestört, zum Beispiel durch eine Veränderung im Hormonhaushalt, einen Infekt, durch die Einnahme von Antibiotika oder durch die Antibabypille, können sich andere Bakterien und Pilze ausbreiten und die Oberhand gewinnen. Eine zu starke Intimhygiene zum Beispiel ist für das Scheidenklima kontraproduktiv und kann das empfindliche Milieu stören. Die natürliche Schutzbarriere wird so herabgesetzt und ein Vaginalpilz hat die Möglichkeit, sich einzunisten und unkontrolliert zu vermehren.

Diagnose Vaginalpilz

Für einen Vaginalpilz typisch sind vor allem Jucken und Brennen der Scheide, sowie ein gräulich-krümeliger, geruchloser Ausfluss. Beim Arztbesuch wird die Diagnose Vaginalpilz dann in der Regel durch einen Scheidenabstrich abgesichert. Unter dem Mikroskop betrachtet, kann das Vorhandensein eines Hefepilzes bestätigt werden. Allerdings sollte der Abstrich, um die Art des Erregers genau auszumachen und eine gezielte Therapie gegen ebendiesen Erreger einzuleiten, zur weiteren Diagnostik an ein Labor geschickt werden. Auch differenzialdiagnostisch ist ein Abstrich angeraten, denn Jucken und Brennen können auch auf andere Krankheiten hindeuten, zum Beispiel eine Unverträglichkeit gegenüber dem benutzen Waschmittel, ein Östrogenmangel oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung.

Therapie Vaginalpilz

Treten Symptome auf, wie Juckreiz, Rötung oder Ausfluss, besteht die Therapie der Wahl in der Verabreichung sogenannter Antimykotika. Diese Anti-Pilzmittel sind als Cremes, Gels oder Scheidenzäpfchen erhältlich und werden über mehrere Tage lokal angewendet. In einigen Fällen ist eine lokale Therapie nicht ausreichend. Vor allem bei häufigen oder immer wiederkehrenden Vaginalpilzinfektionen kann eine systemische Therapie sinnvoll sein. Hierbei werden Antimykotika in Form von Tabletten eingenommen, um die Pilzpopulation einzudämmen. Gelingt der Aufbau einer normalen Scheidenflora nicht, wird eine Erhaltungstherapie empfohlen. Hierbei werden entsprechende Anti-Pilz-Medikamente über einen längerfristigen Zeitraum, manchmal über Monate, angewendet, um den Vaginalpilz zu therapieren.